Luise hat ein paar Gäste im Haus. Es gibt Rippelen. Toni bleibt gleich hier. Ihm tropft der Zahn. Er wird von Louis begleitet. Jetzt kann er Louis noch ein paar Einzelheiten aus der Nase ziehen. Louis wirkt nicht besonders offen und gesprächsfreudig. Trotzdem erfährt er, Marco P. hatte auch viele Feinde in seiner Mannschaft. Heuchler, wäre wohl der bessere Begriff.
Marco ruft noch an. Er kommt am Morgen mit. Er möchte auch neueste Erkenntnisse mitbringen. Außerdem weiß Marco, in welchen Hotels und Pensionen andere Mannschaften untergebracht sind. Es sind reichlich. Er spricht von Dänen und von Teams, die selbst Toni nicht kennt. Toni ist aber auch kein ausgesprochener Fan der Dopingfestspiele. Er weiß nur von Marco, wie oft die Carabinieri wegen der Dopingsünden schon ausrücken mussten. Selbst bei Marco P. war ein kleines Blutlabor auf dem Zimmer. Luise dachte, das würde bei Unfällen oder Schwächeanfällen zur ersten Hilfe benötigt. Toni hat ihr das ein bisschen erklärt. Die Fans von Marco sind davon unbeeindruckt. Sie sind der Meinung, das gehört dazu.
An sich ist das Radfahren, auch unter Doping, eine extreme Belastung. Zumindest so, wie es aktuell, professionell betrieben wird. Gesund kann das nicht sein. Es grenzt eher an eine schwere Körperverletzung.
Luise sagt zu Toni, im Kühlhaus im Keller steht noch eine Kühlbox von Marco P..
„Die schau ich mir später an“, antwortet Toni. Er wartet auf den Morgen, um die Box, Marco, dem Kommissar zu übergeben.
Jetzt, nach dem Essen und den Gesprächen, hätte Toni eigentlich noch Lust, seine Monika zu besuchen. Er ruft an, ob sie noch auf ist. Sie ist aber nicht auf dem Aschbach, sondern auf ihrer Hütte. Das würde wirklich zu lange dauern. Toni verabschiedet sich von dem Wunsch und geht auf sein Zimmer.
Luise weckt Toni mit dem Telefon. Es ist halb Sieben.
„Marco und die Feuerwehr aus Schlanders sind angekommen.“
„Ich komme sofort.“
Luise hat schon Rührei, Brot und Aufschnitt gedeckt. Reinhold hat frische Brötchen von Bäcker geholt.
Nach dem Frühstück gehen alle Beteiligten los zur Unfallstelle. Sie müssen die Straße halbseitig sperren. Die Talbewohner schimpfen etwas.
„Ausgerechnet zu der Zeit, zu der wir auf Arbeit müssen.“
Die Verspätungen werden in den jeweiligen Firmen schon Schäden hinterlassen. Im Raum um Prad und im Müstairtal, sind reichlich Firmen angesiedelt. Auch die Pendler, die in der Schweiz und im Grenzbereich arbeiten, schimpfen. Marco hat den Zeitpunkt schlecht geplant. Zumal das Tageslicht eh etwas auf sich warten lässt an der sehr dunklen Stelle des Tales.
Das Einrichten der Technik dauert etwas. An den Korb der Arbeitsbühne müssen noch Scheinwerfer montiert werden. Den Stromgenerator hat die Feuerwehr gleich mit gebracht.
Toni wirkt etwas unsicher auf der Plattform. Der Kollege von der Feuerwehr lacht ihn fast aus:
„Bist du nicht gewohnt. Keine Angst. Da passiert nichts.“
Sie kommen an der Stelle an, von der sich die Steine gelöst haben sollen. Bisher war das eine Vermutung. Hier ist die einzige Schanze, auf der sich eine derartige Menge an Steinen sammeln konnte. Volltreffer. Die Steine haben tatsächlich hier gelegen. Den Zweien wird umgehend klar, von allein können die sich unmöglich gelöst haben. Es bleibt zu klären, wie sich die Leute, welche die Steine lösten, bis hier her bewegen konnten. Toni sucht Hilfsmittel und Vorrichtungen, die das ermöglichen. Tatsächlich sind an kleinen Bäumchen, an Grasnarben und im Moos, Spuren zu sehen. Toni zieht auch davon Proben. Vielleicht ergibt sich eine Spur auf die verwendeten Hilfsmittel. An bestimmten Steinen sind Scheuerstellen sichtbar. Von diesen Stellen zieht Toni auch Proben. Etwas weiter oben findet Toni Reste von Textilien. Und kurz bevor sie zurück wollen, sieht Toni tatsächlich eine Tube mit Vaseline. Rüdiger, der Feuerwehrmann lacht.
„Die gleichen Funde haben wir bei Wohnungsbränden.“
An zwei – drei kleinen Birken zieht Toni noch Fingerabdrücke.
„Das muss jetzt reichen“, sagt er.
Die Feuerwehr samt Carabinieri ziehen ab. Ein paar Schaulustige sind stehen geblieben. Deren Fragen beantwortet Toni etwas wässrig.
„Wir untersuchen einen Unfall.“
Das reicht für die Passanten.
Die Zwei haben etwa einhundert Proben im Gepäck neben diversen Funden. Ein paar Textilreste, die Vaseline und sogar den Teil eines Preisschildes.
„Damit lässt sich schon Etwas anfangen“, sagt Toni.
„Habt ihr ein eigenes Labor“, fragt Rüdiger. „Oder soll ich das ins Feuerwehrlabor mitnehmen.“
„Wir haben ein eigenes Labor. Euer Labor ist doch das Unilabor.“
„Teilweise.“
„Gehen wir noch einen Kaffee trinken bei Luise?“
„Natürlich. Luise wird sicher auch wissen wollen, ob wir haben, was wir suchten. Ich habe auch schon wieder Hunger.“
Nachdem sie bei Luise noch das zweite Frühstück genommen haben, gehen die Zwei. Toni bleibt heute nicht bei Luise. Er fährt zu Monika in die Hütte. Dort können sie zusammen die Erkenntnisse sortieren und einen Ermittlungsplan festlegen.
Außerdem braucht Toni jetzt etwas Motivation. Davon hat Monika genug.
Toni fährt mit dem Motorrad bis an seine Garage. Monika wartet schon.
„Wir können bis nach Oben fahren mit dem Moto.“
Gesagt getan. Oben angekommen, wartet ein Elektroquad, angesteckt vor Tonis Hütte. Mit dem fahren sie zusammen in Monikas Hütte. Die hat geöffnet und ist gut besucht.
Im Büro von Moni liegen vor Toni die ganzen Unterlagen, die Marco schon gesendet hat. Und die haben es in sich. Sieben ausländische Mannschaften sind in Südtirol. Wenn Toni die alle besuchen will, braucht er ein Jahr. Er ruft gleich Marco an. Der muss in allen Hotels Razzien veranlassen. Man braucht Fingerabdrücke, Genproben und Aussagen. Heimlich geht das nicht mehr. Die Teams werden auch wissen, was passiert ist und sich dazu bereit erklären. Es handelt sich immerhin um einen Sportkameraden, der stark geachtet war bei Allen. Eigentlich bräuchte Marco nur die Dopingkontrolleure anrufen. Die haben ganz sicher alle Tests schon da. Die Fingerabdrücke jedoch, die müssen sie sich holen in den Unterkünften.
Die Ämter, welche Marco kontaktierte, haben keine Bauarbeiten an der Stelle ausgeführt. Etwas weiter Unten laufen Projekte an einer Staustufe. Prad möchte auf diese Art den eigenen Strom gewinnen. Das Prinzip des Raubes von Volkseigentum ist seit der politischen Wende in Europa, ein oft erprobtes. Lange werden sich die Einwohner dieses Ortes nicht an ihrem Eigentum erfreuen können.
Auch Befestigungsarbeiten sind dort angeblich nicht vorgesehen. Damit wissen die Ermittler jetzt, dort hat kein Arbeiter etwas getan. Jetzt bleiben noch die Bauern. Marco kann sich aber schlecht erklären, warum ein Bauer ausgerechnet dort nach Holz suchen sollte. An anderen Stellen liegt das vor seinen Füßen.
Energie- und andere Leitungen liegen dort nicht. Masten sind keine in der Nähe. Aufzüge und Lifte sind dort noch nicht vorgesehen. Gerade beim Bau von Seilanlagen sind in der Folgezeit, Steinschläge und Muren zu befürchten. Der Eingriff in das feste Gefüge des Gebirges führt zu Lockerungen und Verwerfungen.
Marco dachte zuerst, dort wäre vielleicht eine Trasse für Glasfaserkabel angelegt oder geplant gewesen. Der Gedanke war abwegig. Wer soll dort Wartungsarbeiten durchführen?
Bei der Nachfrage wurde Marco heftig ausgelacht. In Anbetracht der vergangenen Projekte, die bisweilen im Land ausgeführt wurden, war der Gedanke gar nicht abwegig. Immerhin gab es nach Neubauten und Erschließungen in vielen Regionen schwere Muren und Steinschläge.
Marco ruft Toni an. Sie sind schon im ersten Hotel. Im Trickhof von Schlanders. Das Hotel Germ werden sie gleich danach besuchen. Toni traut der Ruhe nicht. Er geht davon aus, die Fahrer aus der Mücke in Prad haben schon ihre Kollegen in den anderen Unterkünften angerufen. Der Vorsicht halber ruft Toni in Schluderns an. Die Carabinieri sind auch schon im ersten Betrieb, dem Burghof. Die Kollegen sagen Toni auch, welchen Betrieb sie als Nächstes nehmen. Den Krummel. Toni entschließt sich kurzer Hand, von Hinten über das Gewerbegebiet, in das Hotel Davons zu fahren. Monika fährt Toni mit dem Quad zum Aschbach. Jetzt muss es schnell gehen. Monika will mit fahren und helfen.
Schon in dreißig Minuten sind die Zwei von Rabland nach Spodinig gefahren.
‚Rekord‘, denkt sich Toni. So schnell war er um diese Zeit noch nie. Es sind immerhin schon einige Arbeiter unterwegs. Vor allem um die Gewerbegebiete Latsch und Vezzan; auch direkt in Schlanders. Dort hat Toni sogar mit dem Motorrad Schwierigkeiten, flüssig durch zu kommen. Manchmal träumt Toni von einem Warnsignal an seinem Motorrad. Das würde vielleicht helfen.
Toni nimmt sich vor, nicht durch das Gewerbegebiet in Prad zu fahren, sondern direkt über Schluderns. Er glaubt, damit schneller zu sein. In knapp fünfzig Minuten sind sie da. Zwei Kollegen von den Carabinieri warten schon auf ihn. Sie haben keine Utensilien für die Proben mit. Toni nur die Utensilien für die Fingerabdrücke.
„Das reicht mir“, sagt er den Zweien.
Die Tür ist noch verschlossen. Toni klingelt.
„Wir haben auch schon geläutet“, sagt ihm ein Kollege. Die etwas verschlafene Wirtin kommt an die Tür und bedankt sich für das Wecken. Sie hätte sonst verschlafen.
“Das erste Mal in zwanzig Jahren“, sagt sie.
„Martha“, stellt sie sich vor.
„Toni“, antwortet er ihr.
„Guten Morgen“, sagen Beide fast zeitgleich.
„Ich suche die Radfahrer der Mannschaft – Fickel.“
„Die sind schon um Drei Uhr abgereist. Deshalb habe ich verschlafen. Gebucht war eigentlich zwei Tage länger. Bezahlt haben sie die gesamte Zeit.“
„Darf ich mir mal deren Zimmer ansehen?“
„Gerne. Wir sind aber noch nicht zur Reinigung gekommen.“
„Gerade das, finde ich gut.“
„Wollt ihr einen Kaffee trinken?“
„Gerne. Reichlich bitte“, antwortet Monika.
„Ach. Ich habe noch genug da. Die Radfahrer haben ihr Frühstück fast stehen gelassen.“
Monika schaut Toni in die Augen und lacht.
„Volltreffer!“
Bei eiligen Abreisen wird allgemein viel vergessen. Auf alle Fälle kann Toni die Fingerabdrücke ziehen. Vielleicht sind auch ein paar Genproben dabei. Die holen sich dann die Kollegen. Toni spekuliert auf den Sanitärbereich.
Bei der Durchsuchung merken sie, im Bad haben die Jungs ziemlich eilig poliert. Die Spurenfahnder werden viel Arbeit haben. Fingerabdrücke hat Toni hingegen reichlich. Die paar Möbel im Zimmer haben die Sportler nicht komplett geschafft. Wahrscheinlich ist die Warnung sehr spät eingegangen. Marco könnte jetzt mal die Telefongesellschaft fragen, wann Telefonate statt gefunden haben. Plötzlich lacht Monika ziemlich laut. Sie hat etwas in der Hand und hält es hoch. Toni muss auch sofort lachen.
„Eine Gummischnalle“, ruft Monika. Sie kennt das. In ihren Zimmern auf der Hütte finden sie auch gelegentlich so ein Teil.
„Die Abreise war wirklich sehr eilig. Die haben sogar ihre Braut vergessen“, scherzt Toni.
„Ich dachte, Radfahrer sind impotent.“
„Das sind sicher windige Meldungen“, sagt Toni.
„Ich denke eher, Motorradfahrer sind da am meisten gefährdet.“
„Bei Auffahrunfällen, ganz sicher“, lacht Monika.
Sie kann sich gut erinnern, wie der Tank nach dem Unfall von Toni aussah.
„Lach du nicht zu früh. Schambeine brechen auch bei einem Auffahrunfall.“
„Ja schon. Du hast Recht. Aber das Futter bleibt frisch.“
Die Anspielung hat Toni sofort begriffen. Das wird wieder eine wilde Nacht.
„Hast du etwa den Heizboiler schon angesteckt?“
„Du bist heute bei mir auf der Hütte.“
„Was gibt es denn zu Essen?“
„Ultner Kalb.“
„Als Braten?“
„Nein. Als Fleischkrapflen.“
„Ah, die Reste.“
„Den Braten haben wir schon verkauft.“
„Lass uns aufbrechen.“
Die Zwei haben ihre Spuren gesichert und werden zu Hause den Rest auswerten. Marco wird sich freuen.
Eigentlich wollten sie bei ihm vorbei schauen. Er hat aber per Telefon abgesagt. Zu viel Trubel. Toni kann sich das gut vorstellen mit den vielen Ausländern.
Die Carabinieri haben zwei Rennfahrer mitgenommen. Deren Werte waren viel zu hoch. Die Teamchefs haben gleich mit den Medien gedroht.
Eine Mannschaft hat sich beim Eintreffen der Carabinieri verdrückt. Fluchtartig. Marco sagt, es wäre das Draft – Team. Die wollten sie noch aufhalten. Das hat aber nicht funktioniert. Der Fluchtwagen stand schon bereit. Daraufhin haben die Carabinieri die Grenzposten informiert. Dort ist Keiner von denen durch gekommen.
„Die sind geflogen“, sagt Toni.
„Tja. Das nenne ich eine gut organisierte Flucht“, antwortet Marco.
„In den Zimmern werden wir genug Material finden.“
„Mach bitte keine Pressemitteilungen. Wir müssen ermitteln.“
„Versprochen.“
Die Zwei fahren mit dem Moto durch den Vinschgau. Die Zeit ist günstig. Der Feierabendstau ist vorbei. In Richtung Schlanders ist der Verkehr noch etwas rege. Aber danach ist es schon ziemlich ruhig.
Seilbahn fährt keine mehr. Die Zwei müssen mit dem Moto bis zum Aschbach. Am späten Feierabend gibt es einfach keine Verbindung. Wehe, der Dienst geht zu lange. Dann steht man im Regen. Toni schimpft vor sich hin.
„Wir stehen morgen etwas später auf“, sagt Monika zu ihm tröstend.
Mit dem Quad fahren die Zwei in Monis Hütte. Papa Lukas ist noch da. Er richtet den Zweien die Kalbspflanzerln. Toni möchte drei. Monika auch. Lukas lauscht den Zweien. Langsam zieht es ihm die Augen zu, trotzdem das, was die Zwei erzählen, spannend ist. Er kann das einfach nicht fassen. Er bewunderte Marco P. ganz besonders.
Monika geht zuerst aufs Zimmer. Sie steht unter der Dusche als Toni ihr folgt. Drei aufreizende Gesten von ihr und Tonis Müdigkeit scheint überwunden. Toni schüttelt mit dem Kopf bei dem Anblick. Ein Engel steht unter der Dusche. Allein. Nichts hält ihn.
Lukas weckt die Zwei am späten Morgen. Er hält das Telefon in der Hand. Marco ist dran.
„Nach unseren Erkenntnissen waren es ein oder mehrere Fahrer aus einem gegnerischen Team.“
„Wie? Was?“
Toni ist noch nicht bei der Sache.
„Wir haben an den Steinproben, Spuren von Radfahrerhandschuhen gefunden.“
„Die Handschuhe benutzt doch jeder Amateur heutzutage.“
„Aber nicht die. Eigentlich waren die Handschuhe nur die Überträger.“
„Ich kann deiner Spur nicht folgen.“
„Wir haben Spuren von einer Sitzcreme gefunden, die noch nicht auf dem Markt ist und von Profis als Test benutzt wird.“
„Da muss erst Mal Einer drauf kommen.“
„Für uns war das auch neu. Ein italienischer Kollege, Radfahrer, hat uns drauf gebracht.“
„Jetzt müssen wir nur das Team finden, das die Creme benutzt.“
„So einfach ist das nicht. Der Hersteller hat mehrere Teams beliefert.“
„Wir fangen also wieder von Vorne an?“
„So auch nicht. Jetzt geht es darum, heraus zu bekommen, wer an diesem Tag oder zuvor, in dieser Gegend gefahren ist.“
„Naja. Das ist wenigstens auch genug Arbeit.“
„Wir sehen uns frühestens heute Abend. Ich warte immer noch auf Proben und Laborergebnisse.“
Monika hat Alles mit gehört.
„Wir können noch Mal.“
„Unersättlich das Weib.“
Toni fügt sich in Erwartung eines richtigen Wiener Schnitzels.
‚Etwas Lohn muss sein‘, denkt er sich.
Papa Lukas hat schon Kaffee und Kuchen mit gebracht.
„Den hat Frieda gebacken.“
„Der schmeckt nach Frieda“, sagt Monika.
Lukas schaut Monika in die Augen und verschwindet ohne ein Wort zu sagen.
‚Was hat sie ihm für ein Zeichen gegeben?‘, fragt sich Toni.
Gegen Mittag wecken Beide auf. Sie gehen nach Unten in die Küche. In der Küche steht, wie in vielen Südtiroler Küchen, der Personaltisch. Alle sitzen beisammen und essen Krapfelen vom Kalb. Luici der Koch, hat eine Zwiebelsauce und Stampfkartoffeln dazu gekocht. Es riecht köstlich. Als sie Toni und Monika bemerken, kichern sie etwas.
„Geht es dir gut, Toni?“, fragt Lukas. Alle kichern noch einmal. Monika wird etwas rot.
„Ich hab Hunger“, antwortet Toni. Jetzt lacht Monika.
„Ich auch.“
„Und du, Luici? Hast du auch Hunger?“
Jetzt wird Magdalena, die Tutto fare, rot.
‚Volltreffer‘, denkt sich Toni. Monika lacht etwas lauter. Sie kennt Luici schon lange und weiß von dem Verhältnis. Luici ist verheiratet. In Mailand.
Die Hüttenwirte erwarten heute einen großen Ansturm. Vor der Hütte sind schon sehr viele Wanderer mit Kindern. Sie reiten gerade auf dem Hausesel. Dem Esel scheint das zu gefallen. Toni hört ihn in der Küche. Die Grauen sind etwas weiter Unten auf der Weide. Kommende Woche will sie Lukas umsetzen. Toni soll ihm dabei helfen. Monika auch.
Die Zwei sind dankbar, bei all dem Schlechten, auch Gutes erleben zu dürfen. Ein schöner Zeitvertreib.
Die ersten Kräuter zeigen sich schon. Auch der Bärlauch im Familienversteck.
Auf dem Zimmer besprechen die Zwei das weitere Vorgehen. Monika will mitfahren und helfen. Toni sagt nicht Nein. Zuerst wollen sie zu Luise nach Prad fahren. Es geht immer noch um die Mannschaften, Zeugenaussagen, andere Hotels und um Spuren. Monika traut den Ermittlungen – so, nicht.
Die ersten Motive
Nach dem Mittag brechen die Zwei auf. Luise in Prad erwartet sie schon. Vielleicht bleiben Monika und Toni über Nacht. Das Zimmer steht bereit.
Die Fahrt vom Aschbach in die Töll ist heute etwas abenteuerlich. In der Nacht hat es ziemlich streng geregnet. Am Morgen ist kaum noch etwas zu sehen am Himmel.
Frieda hat den Zweien, Kalbskrapfelen und Ultner Brot eingepackt. Toni schüttelt mit dem Kopf.
„Frieda hat tatsächliche Angst, wir würden unterwegs verhungern.“
„Ohne Speis und Trank im Gepäck, verlassen wir nie das Haus“, antwortet Monika.
Toni muss lachen. Eigentlich sollte er ihr Recht geben. Er verzichtet.
Zuerst fahren sie ins Hotel Suldenklotz in Prad. So viel sie erfahren haben, sind dort zwei Mannschaften. Team – Kette und Team – Griff. Das sind wahrscheinlich deutsche Firmen. Die Fahrer dürften gemischt sein wie bei den anderen Teams. Das spekulieren die Beiden. Marco war schon mal dort. Die Teams hat er dort aber nicht komplett angetroffen. Damit fehlen den Ermittlern ein paar Aussagen.
In Prad angekommen, bemerken die Zwei einen gewaltigen Trubel vor dem Hotel Mücke. Das macht sie neugierig. Vorm Hotel steht auch der Gemeindepolizist, Seppi. Bei dem halten die Zwei an und fragen, was da los ist.
„Das Team Schoko hat eine Pressekonferenz gegeben und hundert Kilo Schokolade verschenkt.“
„Wie scheint, ist das deren Gewohnheit.“
„Die machen das überall.“
„Verschenken die richtige Schokolade oder Pilotenschokolade?“
„Ich weiß nicht. Hier sind zwei solche Minitafeln für euch. Was ist Pilotenschokolade?“
Seppi hat auch zu gegriffen. Toni würde eine probieren und die andere ins Labor schicken. Heimlich. Es gibt keine Anzeige.
„Pilotenschokolade ist mit Koffein.“
„Hab ich nicht gewusst.“
„Es gibt auch Schokolade mit Abführmitteln.“
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